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Art of Love

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Was ist „The Art of Love“ oder zu deutsch „Die Kunst der Liebe“? Nein, es ist nicht die Kunst, lieb zu sein und sich nett zu benehmen. Es ist auch nicht eine freie Übersetzung der uralten und als Geheimtipp für unersättliche Genießer gehandelten vedischen Schrift namens „Kama-sutra“ Nein, es ist auch nicht das Thema eines esoterischen Kurses, welcher uns erklären soll, dass, wenn wir geliebt werden wollen und die Liebe in vollem Ausmaß erfahren (gemeint ist genießen) wollen, wir alle ohne Unterschied umarmen und ihnen unsere Liebe schenken sollen (obwohl wir die Liebe ja noch gar nicht haben sondern ja selbst haben wollen – das ist ja das esoterische Geheimnis).

Nein, „The Art of Love“ war das diesjährige Thema der „geilsten Party der Welt“ (so wurde sie von unseren Qualitätsmedien angekündigt): Der Loveparade. Bedauerlicherweise verlief die „geilste Party“ anders, als man es geplant hatte. Es kam unerwartet zu einer Massenpanik, in deren Verlauf es nicht nur zu über 500 zum Teil sehr schwer verletzten Teilnehmern kam, sondern 21 junge Menschen ihren Körper aufgeben mussten, d.h. sie starben, da sie zerquetscht oder zertrampelt wurden. Obwohl das Geschehene schon Tragik genug ist, kommt das Ganze Ausmaß der Tragödie erst im Licht einer spirituellen Betrachtung zum Vorschein.


Im Srimad Bhagavatam erfahren wir folgendes: „Nach vielen, vielen Geburten und Toden erreicht man die seltene menschliche Lebensform, welche, obwohl nur zeitweilig, die Gelegenheit bietet, die höchste Perfektion zu erlangen. Deshalb sollte ein vernünftiger Mensch sich schnell um die letztendliche Vollkommenheit des Lebens bemühen, solange sein Körper, welcher immer dem Tod unterworfen ist, noch nicht versagt hat und gestorben ist. Letzten Endes ist Sinnesbefriedigung in den abscheulichsten Lebensformen erhältlich, wohingegen Krischna-Bewußtsein nur für ein menschliches Wesen möglich ist.“ (SB 11.9.29)

Leider haben mindestens 21 diese Möglichkeit nicht mehr. Vielmehr müssen sie erneut den Samsara, den Kreislauf von Geburt und Tod erleben, um nach vielen Geburten wieder eine menschliche Form zu bekommen. Das Bewusstsein zum Zeitpunkt des Todes bestimmt die nächste Geburt. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Verunglückten spirituelles Wissen hatten (und dies ist eher unrealistisch, da sie sonst nicht an einen solchen Ort nach Glück gesucht hätten), war ihr Tod kein ruhiger, wo man im vollen Bewusstsein seinen Geist auf das höchste Spirituelle richtet. Eher war der Geist mit Angst bis zum Überlaufen gefüllt, bis man die Schlacht im Todeskampf letztendlich verloren hatte.


Der Tod schockiert mich nicht mehr, da ich meinen Zivildienst auf dem Weimarer Hauptfriedhof abgeleistete, und jedes mal wenn ich in Jagannatha Puri besuche, verbringe ich immer eine gewisse Zeit an der Stelle am Meer, wo die Toten verbrannt werden, um mir die Vergänglichkeit des materiellen Körpers vor Augen zu führen. Allerdings war ich schon irritiert, als ich Partygäste nach dem Unglück sah, wie sie um die Leichenwagen tanzten und in die Mikros der Journalisten schrien, dass ihnen die Toten egal wären und sie trotzdem weiter Party machen wollen.


Na ja, die ursprüngliche und ewige Seele, die von unserem zeitweiligen Körper bedeckt ist, ist
anandamaya; sie sucht immer nach Freude und Vergnügen. Auch die Teilnehmer der Loveparade sind anandamaya. nur bleibt ihre Suche nach Glück auf der materiellen Ebene. Und materielles Glück endet immer; in einigen seltenen Fällen spätestens mit dem Tod, in den meisten Fällen schon viel früher. Der Grund ist, dass wir uns von der Propaganda der materiellen Energie täuschen lassen, die uns anstatt „Der Kunst der Lust“ (dies war wohl das wirkliche Motto der „geilsten“ Party),


die früher oder später immer tödlich endet, die „Kunst der Liebe“ verspricht. Dies wiederum gaukelt uns ewige Freude vor, da das Wort Liebe im wirklichen Sinn nur für eine spirituelle, d.h. ewige, Beziehung angewendet wird, nach der sich die Seele immer sehnt. Das Caitanya-caritamrita erklärt dies wie folgt: „Lust und Liebe haben unterschiedliche Merkmale, so wie Eisen und Gold von unterschiedlicher Natur sind. Das Caitanya-caritamrita erklärt dies wie folgt: „Lust und Liebe haben unterschiedliche Merkmale, so wie Eisen und Gold von unterschiedlicher Natur sind. Der Wunsch die eigenen Sinne zu befriedigen, wird Kama oder Lust genannt,

während der Wunsch die Sinne von Sri Krischna zu frieden zu stellen, Prema, d.h. reine Liebe ist. Das Objekt von Lust ist nur die Freude der eigenen Sinne. Aber Liebe ist auf die Freude von Sri Krischna ausgerichtet, und sie ist somit sehr kraftvoll und überwältigend.“ (CC Adi 4.164-166) Lust ist wie Eisen, und Liebe ist wie Gold. Oberflächlich gesehen sind Eisen und Gold gleich, da sie beide Metalle sind. Nur die Qualität ist unterschiedlich. Eisen rostet, wie Lust vergeht. Gold scheint immer, wie wirkliche Liebe ewig ist. Wer von Euch möchte nicht Tanzen oder Singen und zwar in ewiger Freude, in reiner Liebe. Ich schon (bin ja auch immer noch DJ seit über 15 Jahren).


Dieser ekstatische Zustand (hier bitte nicht mit XTC verwechseln) wird so einfach durch das Chanten der heiligen Namen erreicht (deshalb gibt’s den Mix auch nur noch mit Mantras). Wer mir nicht glaubt, sollte wenigstens dem Srimad Bhagavatam Vertrauen schenken: „Durch das Chanten der heiligen Namen des Höchsten Herrn, kommt man auf die Ebene reiner Liebe zu Gott. Während das Herz mit ekstatischer Liebe dahin schmilzt, lacht man sehr laut, weint und schreit. Manchmal singt und tanzt man wie ein Verrückter, da es einem gleichgültig wird, was andere über einen denken.“ (SB 11.2.40)

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