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Gebete Caitanya Mahaprabhus

Philosopie

Sri Krishna Caitanya ist vielleicht das hervorstechendste Beispiel an hingebungsvoller Extase zu Gott, daß die Welt je gesehen hat. Er erschien vor rund 500 Jahren in Bengalen (Indien), großgewachsen und mit einer goldenen Hauttönung, die Augen gefüllt mit heißen Tränen, geboren aus reiner Liebe zu Gott. Es heißt jede Emotion hat ihre Farbe, und die Farbe der höchsten Liebe zu Gott gleicht der geschmolzenem Goldes. In den vedischen Schriften heißt es weiter, daß Sri Caitanya Mahaprabhu die versteckte Inkarnation Krischnas, ja Krishna selber ist, welcher die Form seines eigenen Devotees angenommen hat. Er erschien in der Gemütsstimmung und mit der Hauttönung seiner liebsten Gefährtin Srimati Radharani, um den Nektar ihrer hingebungsvollen Gefühle zu Ihm zu kosten. Seine extatischen Gefühle glichen einem unendlichen Lavastrom, der die Herzen eines jeden schmolz, der mit Ihm in Berührung kam. Singend und tanzend, oftmals für viele Stunden bewustlos vor Extase, verteilte Er freigiebig Liebe zu Gott durch das Chanten der heiligen Namen Sri Krishnas. Seinen ganzen Schatz der Liebe zu Gott hinterließ Er der Nachwelt in Form eines einzigen Gebetes, in welchem Er, in der Gemütsstimmung eines Liebenden die Herrlichkeiten der heiligen Namen Gottes in Ihrer ganzen Fülle offenbart. Diesen 8 Versen, welche auch bekannt sind als Sri Siksastakam, wohnt die Kraft inne die gesamte Menschheit in einer nie da gewesenen Flut von spirituellen Emotionen zu tauchen.

SRI SIKSASTAKAM

nachzulesen im Sri Caitanya-caritamrita
von Krisnadasa Kaviraja Gosvami
Antya lila, Kapitel 20, Verse 12,16,21,29,32,36,39


ceto-darpana-marjanam bhava-maha-davagni-nirvapanam
shreyah-kairava-candrikavitararanam vidya-vadhu-jivanam
anandambudhi-vardhanam pratipadam purnamrtasvadanam
sarvatma-snapanam param vijayate shri-krishna-sankirtanam

"Höchster Ruhm dem Shri Krishna-Sankirtana, der das Herz von allem seit unvordenklichen Zeiten angesammelten Staub reinigt und der das Feuer des bedingten Daseins, der sich wiederholenden Geburten und Tode, löscht! Diese Sankirtana- Bewegung ist die größte Segnung für die gesamte Menschheit, weil sie die Strahlen des segenspendenden Mondes überallhin verteilt. Sie ist die Lebensquelle allen transzendentalen Wissens, sie lässt den Ozean transzendentaler Glückseligkeit anschwellen, und sie ermöglicht es uns, voll und ganz den reinen Nektar zu kosten, nach dem wir uns seit Ewigkeiten sehnen."

namnam akari bahu-dha nija-sarva-shaktis
tatrarpita niyamitah smarane na kalah
etadrishi tava kripa bhagavan mamapi
durdaivam idrisham ihajani nanuragah


"O mein Herr, einzig Dein Heiliger Name vermag den Lebewesen allen Segen zu spenden, und deshalb besitzt Du Millionen und Abermillionen von Namen, wie Krishna oder Govinda. In diese transzendentalen Namen hast Du all Deine Energien eingehen lassen, und es gibt nicht einmal starre Regeln für das Chanten dieser Namen. O mein Herr, in deiner Güte hast Du es uns so einfach gemacht, Dir durch Deinen Heiligen Namen näherzukommen, aber unglückselig wie ich bin, verspüre ich keine Anziehung zu Ihm."

trinad api sunicena
taror api sahishnuna
amanina manadena
kirtaniyah sada harih

"Man soll den Heiligen Namen des Herrn in aller Demut chanten, sich niedriger dünkend als das Stroh in der Gasse, duldsamer als ein Baum, frei von falschem Geltungsbewusstsein und stets bereit, anderen allen Respekt zu erweisen, ohne Verehrung für sich selbst zu erwarten. In einer solchen Geisteshaltung kann man den Heiligen Namen ohne Unterlass chanten."

na dhanam na janman na sundarim
kavitam va jagad-isha kamaye
mama janmani jamanisvare
bhavatad bhaktir ahaituku tvayi


"O allmächtiger Herr des Universums, weder trachte ich nach Reichtum noch begehre ich schöne Frauen, noch erstrebe ich eine große Anzahl von Anhängern. Ich wünsche mir nichts anderes, als Geburt für Geburt in Deinem grundlosen hingebungsvollen Dienst beschäftigt sein zu dürfen."

ayi nanda-tanuja kinkaram
patitam mam vishame bhavambudhau
kripaya tava pada-pankaja-
sthita-dhuli-sadrisham vicintaya


"O Sohn Nanda Maharajas, Krishna, ich bin Dein ewiger Diener, und doch bin ich irgendwann in den Ozean der Geburten und Tode gefallen. Bitte hebe mich aus dem Ozean des Leides und gewähre mir einen Platz als Staubkörnchen bei Deinen Lotosfüßen."

nayanam galad-ashru-dharaya
vadanam gadgada-ruddhaya gira
pulakair nicitam vapu kada
tava nama-grahane bhavisyati


"O mein Herr, wann werden meine Augen mit den Tränen der Liebe geschmückt sein, die unaufhaltsam fließen, wenn ich Deinen heiligen Namen chante? Wann wird mir die Stimme ersticken, und wann werden sich beim aussprechen Deines Namens alle Härchen auf meinem Körper sträuben?"

yugayitam nimeshena
cakshusa pravrisayitam
sunyayitam jagat sarvam
govinda-virahena me


"O Govinda, das Gefühl der Trennung von Dir lässt mir einen Augenblick wie zwölf Jahre und mehr erscheinen. Tränen strömen aus meinen Augen wie Regengüsse, und in Deiner Abwesenheit fühle ich mich in dieser Welt verloren und leer."

ashlisya va pada-ratam pinastu mam
adarshanan mara-hatam-karotu va
yatha tatha va vidadhatu lampato
mat-prana-nathas tu sa eva naparah


"Außer Krishna kenne ich keinen anderen Herrn, und Er wird es immer bleiben, auch wenn Seine Umarmung rauh ist oder Er mir das Herz bricht, da Er nicht vor mir gegenwärtig ist. Ihm steht es gänzlich frei zu tun, was immer Ihm beliebt, doch wird Er mein angebeteter Herr bleiben - geschehe, was da will."



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