Hauptmenü
Neues > Fotoberichte
Farmgemeinschaft Simhacalam
07.05. - 10.05.2009 Sri Narasimha Caturdasi Festival 2009
weiter zu Narasimha Caturdasi 2008
SHRI NARASIMHADEVA und PRAHLADA MAHARAJA
Narasimha (Narasim.ha), "Nara" = Mensch "Simha" = Löwe; gilt in der Auflistung der 10 Hauptavataras als der vierte Avatara Vishnus, dessen Form halb Mensch, halb Löwe ist.
Die Puranas berichten über den Dämonenkönig mit dem Namen "Hiranyakashipu" (Hiranya = "Gold"; Kashipu = "weiche Federn" oder "Bett"; jener, der Gold und weiche Betten liebt), der einst fast über das gesamte Universum geherrscht haben soll, aber letztlich von Vishnu in seiner Erscheinung als Narasimha getötet wurde.
DIE GESCHICHTE
Vor langer Zeit erschien Shri Vishnu als Shri Varaha um den Dämonen Hiranyaksa, welcher die Erde auf den Grund des kosmischen Ozeans geschleudert hatte, zu töten. Die Nachricht vom Tod Hiranyaksas versetzte Hiranyakashipu, seinen älteren Bruder, in große Trauer. Im Zorn beschuldigte er die Höchste Persönlichkeit Gottes parteiisch zu Gunsten Seiner Geweihten zu sein und verspottete die Erscheinung des Herren als Varahadeva. Hiranyakashipu entschied sich für sehr viele Jahre schwerste Entsagungen auf sich zu nehmen, mit der Absicht von Brahma die Segnung der Unsterblichkeit zu erhalten, um so das Universum zu regieren und jegliche Art der Verehrung Shri Vishnus zu unterbinden.
Zu der Zeit als Hiranyakashipu sein Königreich verließ, um sein Ziel zu erreichen, war seine Königin mit Namen Kayadhu gerade schwanger. Die Halbgötter dachten fälschlicherweise, dass sie einen ebenso großen Dämon wie Hiranyakashipu in ihren Leib trug, und entführten sie, um das Kind nach der Geburt zu töten. Narada Muni, ein großer Weiser und spiritueller Lehrer vieler Heiliger, stoppte sie jedoch und versicherte den Halbgöttern, dass das Baby ein großer Geweihter des Herrn werden würde. (Schon zur Zeit der Zeugung hatten bereits einige Heilige interveniert und als Papageien getarnt den Heiligen Namen Gottes gesungen, so dass Hiranyakashipu in seiner Meditation gestört wurde und der Name seines Feindes ganz und gar sein Bewusstsein ausfüllte.) Nachdem Narada Muni also die Halbgötter beschwichtigt hatte, nahm er Kayadhu bei sich auf und unterwies sie in spirituellem Wissen. Prahlada, welcher sich noch im Mutterleib befand, hörte sehr aufmerksam zu und zog vollen Nutzen aus diesen Anweisungen und wurde ein großer Geweihter des Herrn.
Getrieben vom Wunsch nach Unsterblichkeit begab sich Hiranyakashipu zum Berg Mandara und unterzog sich schweren Entsagungen und Meditation. Durch die harten Entsagungen erhielt er so viel Kraft, dass ein unglaubliches Feuer mit solch einer Intensität anfing aus seinem Kopf zu schießen, dass dadurch das gesamte Universum mit all seinen Bewohnern gestört wurde. Als daraufhin alle höheren und niederen Planeten zum Leben zu heiß wurden, begaben sich die Halbgötter zu Brahma um ihm Hiranyakashipus Wunsch nach Unsterblichkeit zu offenbaren.
Brahma machte sich sofort auf den Weg zu ihm. Erst konnte er Hiranyakashipu nicht ausfindig machen, da sein Körper vollständig von einem Ameisenhaufen bedeckt war. Da er dort für eine sehr lange Zeit meditiert hatte, hatten die Ameisen all sein Fleisch, seine Haut, sein Fett und sein Blut verschlungen. Brahma besprenkelte ihn daraufhin mit transzendentalen, spirituellen Wasser und schenkte ihm so einen wiederbelebten und überaus starken Körper. Dann fragte er Hiranyakashipu nach seinem Wunsch, für welchen er diese unglaublich harten Entsagungen auf sich genommen habe. Der Dämon erbat sich daraufhin den Segen nach Unsterblichkeit, woraufhin Brahma ihm erklärte, dass er selber ja auch sterblich sei und ihm deshalb nicht diesen Wunsch erfüllen könne. Hiranyakashipu dachte, er sei sehr schlau und bat daraufhin Brahma, dass er von keinen von ihm (Brahma) geschaffenen Wesen getötet werden würde. Weder durch einen Menschen noch durch ein Tier, weder durch einen Himmlischen (Deva) noch durch einen Dämon (Asura) oder Schlangenwesen, weder durch eine Waffe noch durch die Hand eines lebenden oder leblosen Wesens. Er wollte sicherstellen, dass er weder innerhalb eines Hauses noch außerhalb eines Hauses, weder am Tage noch in der Nacht, und weder auf dem Boden noch in der Luft getötet werden konnte, und so erbat er sich all dies von Brahma. Zudem erlangte er alle mystischen Kräfte (Siddhis) und so Alleinherrschaft über alle Lebewesen und die herrschenden Gottheiten. Brahma gewährte ihm die Segnungen, da er mit seinen Bußübungen zufrieden war und kehrte daraufhin in sein Reich zurück. (Bhagavatapurana 7.3.35-38)
In der falschen Gewissheit, durch Brahmas Segnungen nun die Unsterblichkeit erlangt zu haben, begann Hiranyakashipu seine Herrschaft über das gesamte Universum auszuweiten. Er eroberte alle zehn Himmelsrichtungen und die drei Welten und unterwarf jeden seiner Kontrolle, außer Brahma selbst, Shiva und Shri Vishnu. Hiranyakashipu genoss das Leben in vollem Ausmaß in großem Reichtum und wurde durch seinen Machteinfluss gänzlich übergeschnappt und terrorisierte das ganze Universum. Er veranlasste, dass jeder im Universum ihn verehrte und lobpreiste und unterband jegliche Verehrung von Shri Vishnu. Seine Macht war so groß, dass selbst Surya, der Sonnengott, die Temperaturen nach seinen Wünschen richtete.
Hiranyakashipu hatte vier Söhne, von denen der Jüngste mit Namen Prahlada, sein Lieblingssohn war. Prahlad war das Behältnis aller transzendentalen Qualitäten. Obwohl er einer Familie der Asuras entstammte, war er dennoch ein großer Geweihter Shri Vishnus. Von klein auf zeigte er kein Interesse an kindischen Spielen und lehnte diese ab. Für seine Bildung übergab Hiranyakashipu Prahlada den zwei Söhnen seines spirituellen Meisters Shukracarya mit Namen Shanda und Amarka. Obwohl sie ihr Bestes versuchten, dem zu der Zeit fünfjährigen Prahlada in Politik, Wirtschaftslehre und anderen materiellen Fächern zu unterrichten, kümmerte er sich nicht um ihre Unterweisungen. Stattdessen unterwies er seine Schulkammeraden in der Verehrung Shri Vishnus und den wahren Werten des Lebens.
Einmal wurde er von seinem Vater gefragt, was er gelernt habe. Prahlada antwortete daraufhin, dass ein Mann, welcher, total vertieft im materiellen Bewusstsein der Dualität, denkt: " Das ist Mein und das gehört meinem Feind.", das Familienleben aufgeben und sich in den Wald begeben sollte, um den Höchsten Herrn zu verehren. Als Hiranyakashipu dies hörte wurde er furchtbar wütend. Er versicherte sich, dass Prahlad nicht von äußeren Einflüssen "verunreinigt" werden konnte und ließ ihn einzeln unterrichten. Nichtsdestotrotz blieb Prahlada auf seinem Weg und begann sogar seine Lehrer zu unterweisen. Einige Zeit später nahm ihn sein Vater abermals auf seinen Schoß und befragte ihn nach dem Besten, was er in der Schule gelernt habe. Daraufhin begann Prahlada die neun Vorgänge des Hingebungsvollen Dienstes, durch welche ein Devotee gereinigt wird, zu verherrlichen. Hiranyakashipu wurde zornig wie Feuer. Sein Sohn, ein heimtückischer Verehrer seines Erzfeindes Shri Vishnus, der seinen Bruder Hiranyaksha getötet hatte? In seinen Augen war der Verehrer seines Feindes ebenfalls sein Feind, und so stieß er ihn von seinem Schoß und ordnete augenblicklich seine Hinrichtung an. Er dachte, dass Prahlad seine wohlmeinende Familie verlassen hatte, um Vishnu wie ein Diener zu verehren. Er empfand seinen Sohn als Feind, welcher zum Wohle der Familie getötet werden muss, ebenso wie ein krankes Körperteil amputiert werden muss, damit der Körper gesund leben kann.
So versuchten seine dämonischen Gehilfen Prahlada zu töten, indem sie ihn mit ihren Dreizacken aufspießten. Auf Prahlada, der vollkommen in Meditation über Shri Vishnu versunken war, hatten diese Waffen jedoch keine Wirkung. So warf man ihn unter die Füße riesiger Elefanten, dann mitten unter furchterregende Schlangen, man stürzte ihn von einem Berggipfel, warf riesige Steine auf ihn, gab ihm Gift zu essen, man ließ ihn hungern, setze ihn den Naturgewalten aus und vieles mehr. Alle Versuche blieben jedoch erfolglos. Prahlada war immerwährend in Erinnerungen an den Höchsten Herrn vertieft, und dieser beschütze ihn unter allen Umständen gegen die Mordversuche.
Die Unfähigkeit, Prahlada töten zu können, versetzte Hiranyakashipu in Angst. Hilflos und nicht wissend, was zu tun sei, schickte ihn Hiranyakashipu wieder zurück in die Schule, während er sich den Kopf zerbrach was er tun könnte. Derweil unterwies Prahlada seine Klassenkameraden, die Söhne anderer Dämonen, im Hingebungsvollen Dienst zur Höchsten Persönlichkeit Gottes, welche mehr und mehr Gefallen daran fanden und Devotees Shri Vishnus wurden. Den Lehrern Shanda und Amarka blieb dies nicht verborgen und angsterfüllt wendeten sie sich erneut an Hiranyakashipu, um ihn über die bedrohliche Situation zu unterrichten.
Nachdem Hiranyakashipu ihren Bericht vernommen hatte, wurde er so zornig, dass er am ganzen Körper zitterte und beschloss, Prahlada unwiderruflich selbst zu töten. Er pries seine Macht als allumfassend, allerdings erstaunt darüber woher sein Sohn die Macht nahm, sich ihm zu wiedersetzen. Daraufhin unterwies ihn Prahlada in wahrem Wissen: Er lobpries Shri Vishnu und erklärte seinem Vater auf unschuldige Weise, dass niemand Gott gleichkommen oder über Ihm stehen könne. "Mein lieber König, meine Kraft stammt aus der gleichen Quelle wie deine Kraft. Alle Kräfte kommen aus demselben Urgrund. Ohne Ihn kann niemand Stärke erlangen. Sei es Brahma oder ein unbedeutendes Wesen, alle unterstehen der Kontrolle Seiner Macht." Umso mehr Prahlada Shri Vishnu verherrlichte umso gestörter und zorniger wurde Hiranyakashipu. "Oh du Unglückseliger" sprach er, "du hast immer von einem höchsten Wesen gesprochen, das alldurchdringend über alles herrscht. Wo ist Er jetzt? Befindet er sich etwa in dieser Säule hier? Du sprichst viel Unsinn, daher werde ich dir jetzt den Kopf vom Körper trennen. Ich möchte nun sehen, wie dich dieser Hari (Vishnu) beschützt." Sein Vater hatte herausfordernd gefragt, ob Gott in dieser Palastsäule gegenwärtig sei und Prahlada akzeptierte dieses sofort, da sein Herr ja überall gegenwärtig ist und deshalb auch in dieser Säule. Als Hiranyakashipu das hörte griff er wutentbrannt zum Schwert und schlug mit der Faust voll ohnmächtigem Zorn gegen die Säule. Sobald er die Säule geschlagen hatte, erklang aus ihr ein dröhnender, wunderbarer Klang, wie er noch von niemandem je gehört worden war. Es klang, als ob jeden Augenblick das Universum zerspringen würde. Dieses Grollen drang bis zu den Halbgöttern, welche dachten, dass ihre Planeten nun zerstört werden würden. Um Prahlada zu beschützen und seine Worte über seine Allgegenwart zu bestätigen, manifestierte der Höchste Herr Shri Vishnu innerhalb der Säule Seine wunderbare Gestalt, die weder Mensch noch Löwe war. Der Herr sprang mit einem lauten Brüllen aus der Säule hervor, welches den Boden erbeben ließ und in die Herzen der Dämonen unendliche Angst sandte. Shri Narasimha spielte mit Hiranyakashipu für eine lange Zeit ebenso wie eine Katze mit einer Maus spielt. Als jedoch die Dämmerung hereinbrach, packte er ihn und auf der Schwelle des Palastes legt er sich das Oberhaupt der Dämonenauf mühelos auf seinen Schoss und zerriss ihn mit seinen diamantharten Nägeln.
Nachdem Hiranyakashipu getötet worden war, war der Herr immer noch in einer zornigen Stimmung und selbst die Halbgötter angeführt von Brahma, konnten Ihn nicht befrieden. Brahma bat daraufhin Prahlad nach vorne zu treten und den Zorn des Herrn zu beruhigen, welcher nicht die geringste Angst vor Ihm hatte, da er sich der Zuneigung seines Herrn sicher war. Er brachte Ihm respektvolle Ehrerbietungen und wunderschöne Gebete dar, und Shri Narasimhadeva wurde friedlich und legte Seine Hand auf Prahlada Kopf. Der Herr wollte Ihm aus Zuneigung Segnungen erteilen. Prahlada wünschte sich jedoch, dass der Herr seinem dämonischen Vater verzeihen und ihm Befreiung gewähren möge. Für sich selbst erbat er jedoch nichts anderes als immer der Diener der Diener des Herrn zu bleiben.
Nachzulesen im Shrimad Bhagavatam 7. Canto
Heutzutage wird Shri Narasimha im allgemeinen von den Vaishnavas verehrt, sei es, um von ihm Schutz auf dem Weg der Bhakti zu erbitten oder auch um zu ihm zu beten, er möge die dämonengleichen, lasterhaften Wünsche in ihren Herzen vernichten. In vielen Tempeln der Gaudiya-Sampradaya wird Narasimha immer noch täglich mit Gesang von Mantras zu seiner Verehrung gepriesen.